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Erfahrungsberichte Betroffener

Um eine gewisse Vergleichbarkeit und Übersichtlichkeit bei den Berichten zu gewährleisten, folgen diese einem vorgezeichneten Schema.*
Zum Schutz der Privatsphäre der Betroffenen wurden Pseudonyme verwendet.

Es begann vor ca. 3 Jahren. Einen wirklichen Auslöser weiß ich nicht. Ich stellte plötzlich fest, dass mir auf einmal Geräusche unangenehm waren, die mir früher nichts ausgemacht hatten.

Vor allem hohe, schrille Geräusche bereiten mir Probleme, wie das Kreischen von Kindern oder Hundegekläff. Durch die Hyperakusis wurde meine Wohnsituation zunehmend zur Belastung. Ich wohne an einer vielbefahrenen Kreuzung in unmittelbarer Nähe einer Kita und einer Kirche mit sehr lautem Geläut, zusätzlich das Kreischen der Regional-, S- und Fernbahnen, die in geringer Entfernung dort in eine Kurve fahren. Schwer zu ertragen finde ich z.B. auch Situationen im Bus, der Bahn, Cafés oder Restaurants, wenn Leute gegen die Umgebungsgeräusche lautstark antelefonieren.

In einem Krankenhaus und von meiner HNO-Ärtzin wurden die 'Hyperakusis' diagnostiziert. Für die Diagnose hatte man meine Unbehaglichkeitsschwelle gemessen und den Stapediusreflex getestet.

Als Therapie wurde mir Verhaltenstherapie angeboten.
Hier lernte ich Bodyscan und PMR (progressive Muskelrelaxation), zwei Entspannungstechniken.
Beides hat meine Geräusch-empfindlichkeit nicht wirklich verbessert, hilft mir aber, wenn ich zu lauten Situationen zu lange ausgesetzt war, hinterher wieder 'runter zu kommen'.

Durch die Therapie hat sich meine Lärmtoleranz in einigen wenigen Situationen durch 'Umbewertung' verbessert. Leider hilft diese Technik bei mir nur, wenn diese häufiger auftreten.

"Geschirrgeklapper war auf einmal ungeheuer schmerzhaft für mich." So fing das vor 7 Jahren ohne ersichtlichen Grund bei mir an.

Und im Laufe der nächsten zwei Jahre intensivierte sich das Ganze zu Schmerzen bei den verschiedensten Alltags-geräuschen, bis hin zu lauter Musik.

Irgendwann waren mir z.B. auch normale Gespräche, das Lachen von anderen und sogar die Klospülung oder aus dem Wasserhahn laufendes Wasser zu laut. Der Aufenthalt im Straßenverkehr, in Restaurants, Cafés und Esssälen wurden für mich immer belastender.

Auch Geräusche, die sich von einer leisen Umgebung abheben, empfinde ich heute als schmerzhaft. Wenn z.B. in einem leisen Raum ein Lichtschalter betätigt wird, kann mir das Klacken schon zu laut sein. Während wenn leise Musik läuft, sind Klicken oder Knack-Geräusche für mich besser zu ertragen sind. Deshalb versuche ich Musik, möglichst auf leisester Lautstärke zu hören, sodass sie andere Geräusche ausblendet, aber für meine Ohren noch tolerierbar ist.

Am schlimmsten sind hochfrequente Geräusche, wie hohe Stimmen, Geschirrgeklapper oder Sirenen. Das fühlt sich dann in den Ohren an wie Dolchstiche.

Schließlich ging ich zu einer HNO-Ärtzin. Diese stellte die Diagnose 'Hyperakusis' und überwies mich an die Charité in Berlin. Hier wurden Hörtests gemacht, meine Unbehaglichkeitsschwelle gemessen, mein Stapediusreflex und Gleichgewichtssinn untersucht. Außerdem wurde noch ein EEG gemacht.

Gegen meine Hyperakusis wurden mir Verhaltenstherapie, die Behandlung mit Noisern und Progressive-Muskelrelaxation (PMR) empfohlen.

Mit den Noisern kam ich überhaupt nicht zurecht.

Der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe und in einer persönlicher Brieffreundschaft haben mir geholfen, mit meiner Situation besser umgehen zu können.

Mir helfen inzwischen ...
- meine Einstellung zur Krankheit, (ich sehe mich selbst nicht mehr als gestört od. verrückt an, andere haben das auch, kann meine Geräuschüberempfindlichkeit eher akzeptieren u. hadere weniger damit),

- in belastend lauten Situationen meine Atmung zu regulieren,
Abgrenzungstechniken, (in manchen Situationen weise ich inzwischen darauf hin, wenn mir was od. wer zu laut ist) u.

- Arten meinen Alltag zu gestalten, (wie z.B. lieber alleine als mit Freunden in der U-Bahn fahren, mich eher im Park als in Cafés verabreden, mit dem Festnetztelefon anstatt mit dem Handy telefonieren, etc. ; auch meine Wohnung habe ich 'ohrenfreundlicher' umgestaltet).

Meine Geräuschüberempfindlich-keit hat mein Leben total verändert.

Inzwischen habe ich aber gelernt mit meiner Hyperakusis zu leben und mein Leben entsprechend angepasst. Auf Konzerte kann ich nicht mehr gehen. Kino- und Theaterbesuche sind nur mit Gehörschutz machbar. - Den habe ich inzwischen immer griffbereit. - Das 'outen' fällt mir jedoch sehr schwer. In meinem gesamten sozialen Umfeld, wissen nur 6 Leute von meiner Hyperakusis.

Immer wieder führt sie auch zu Konflikten mit andern Menschen, in meiner Familie, in meiner Beziehung und mit Freunden. Auf (Familien-) Feiern muss ich mich häufig zurückziehen. An der Uni meide ich die Mensa.

In der Hoffnung auf eine leisere, berufliche Zukunft habe ich nach einem Studium im pädagogischen Bereich mit Abschluss nochmal ein Informatikstudium begonnen.

Vor ca. 10 Jahren wurde bei mir Hyperakusis diagnostiziert. Spezielle Diagnoseverfahren wurden hierbei nicht eingesetzt. Was die Sache letztendlich
ausgelöst hat, daran kann ich mich nicht erinnern.

Als besonders unangenehm empfinde ich Straßenlärm,
aber auch laute Geräusche von Nachbarn in meiner hellhörigen Wohnung. Teilweise bekomme ich dann Herzrasen und erhöhten Blutdruck. Manchmal erfasst
mich eine unglaubliche Wut, fast überall Lärm ausgeliefert zu sein.

Ruhe ist für mich ganz wichtig. Deshalb suche ich gerne ruhige Orte auf. Das tut mir gut.

Manchmal helfe ich mir
mit speziell angepassten Ohrenstöpseln.
Inzwischen benutzte ich aber meistens einen Kopfhörer mit 'Active Noise Cancelling'.

Im Privaten hat es sich bewährt, Leute direkt anzusprechen und sie z.B. zu bitten, die Musik oder den
Fernseher leiser zu stellen.



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                      Dann erstellen sie Ihren Bericht nach folgendem Schema.
                      Erfinden sie ein passendes Pseudonym nach dem Muster: 
 Paul (-a) M., 43, Architekt (-in), das mit dem Bericht veröffentlicht werden soll.        
               Schicken Sie Ihren Bericht an 'kontakt(ät) hyperakusis-selbsthilfe.de'.

 1. Seit wann/wie lange besteht Ihre Hyperakusis?
 2. Gab es einen Auslöser für die Hyperakusis?
 3. Wie äußert sich Ihre Hyperakusis? / Wie fühlt sie sich an?
     Welche Geräusche, Situationen, Orte sind besonders problematisch?
 4. Welche diagnostischen Verfahren wurden angewendet?
 5. Welche Therapien wurden vorgeschlagen?
 6. Was hat am besten geholfen?
 7. Zustand bei Therapiebeginn und heute?
   (Bewertung in Zahlen: 5 = sehr schlecht - bis - 1 = sehr gut)
 8. Wie beeinflusst Ihre Hyperakusis ...
                                                           ... Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen/
                                                               sozialen Kontakte,        
                                                           ... Ihre Arbeitssituation,
                                                           ... Ihre Freizeitgestaltung und/oder
                                                           ... Ihr kulturelles Leben?
 9. Welche Strategien helfen Ihnen am besten ...
                                                           ... in der Familie, im Freundeskreis,
                                                           ... bei öffentlichen Veranstaltungen,
                                                           ... bei der Arbeit, bei ... ?
10. Was noch?

Selbsthilfe-Treffen


jeden 2. Mittwoch im Monat*

Veranstaltungsort

Freizeitstätte
„Mireille Mathieu“
Boelckestr. 102
12101 Berlin (Tempelhof)

Kontakt

E-Mail: kontakt(ät)
hyperakusis-selbsthilfe.de
Tel.: 030 749 25 0 27

- gut zu erreichen meist gegen 18:00 Uhr -

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